Mit der heiligen Taufe wird der Mensch Christ und Mitglied der Kirche. Sie ist das sichtbare Zeichen dafür, dass Gott diesen Menschen angenommen hat. Die Taufe ist ein Sakrament und fast alle christlichen Kirchen erkennen es gegenseitig an. Deshalb kann jeder Mensch nur einmal im Leben getauft werden, auch wenn er beispielsweise die Konfession wechselt.
Aber schon in der Tatsache, dass man sich nicht selbst taufen kann, steckt ein Hinweis darauf, dass die Taufe nicht primär unser Tun, sondern ein Tun Gottes an uns ist. In der Taufe wird uns nämlich ganz persönlich zugesagt, dass Gott uns als seine Kinder ansieht, und er sich mit uns verbunden hat. Und damit werden wir Glied am Leib Christi. Diese Zusage Gottes braucht unsere Antwort, unseren Glauben.
Denn erst, wo wir aus dem Vertrauen leben, dass wir zu Gott gehören, dass er uns trägt durch Schönes und durch Schweres, nimmt die Zusage der Taufe Gestalt an in unserem Leben. Sie gilt aber unabhängig davon, wie ernst wir sie in unserem Lebenswandel nehmen. Denn unser Lebenswandel kann nie begründen, dass Gott uns gnädig ist. Und weil die Taufe eine Zusage ist, die von Gott her gilt, und unser Glaube die Antwort darauf ist, kann der Glaube auch der Taufe folgen. Darum ist es auch möglich, unmündige Kinder zu taufen.
2. Die Taufe ist als Sakrament auf das Erleben ausgerichtet. Menschen sollen darum in einem Alter getauft werden, in dem sie sich ihr Leben lang an die Taufe erinnern können.
In der Tat hat sich in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen eine Entwicklung ergeben, in der immer mehr Kinder im späten Kindergarten- oder im Grundschulalter getauft werden. Die Frage ist, ob mit diesem Anliegen einer „bewussten“ Taufe dem eigenen Erleben und der Erinnerung an das Erlebte nicht zuviel zugemutet wird. Kann es nicht auch eine besondere Kraft haben, zu wissen: Ich bin von Anfang an mit Gott in Kontakt gewesen, Gott sah mich schon als sein Kind an, bevor ich mir seiner und meiner selbst bewusst wurde? Diese Einsicht kann dann allerdings nur wachsen, wenn mir bei jeder Taufe, die ich miterlebe, deutlich wird: Was dem Täufling zugesprochen wird, das wurde einst auch mir zugesprochen. Darum ist auch die sogenannte Tauferinnerung so wichtig.
3. Unser Kind soll einmal selbst entscheiden, ob es getauft werden will. Wir als Eltern können doch diese Entscheidung jetzt noch nicht treffen.
Dieser Einwand gründet auf unserer modernen Überzeugung, dass jeder für sich selbst entscheiden können soll – gerade auch in so existenziellen Fragen wie der Religion. Aber er verkennt, dass Eltern ihre Kinder in vielerlei Hinsicht auf einen bestimmten Weg ins Leben bringen müssen – und auch sollen! Eltern müssen ja auch entscheiden, auf welche Schule ihr Kind geht, ob und welchen Sport es ausüben soll, welche Bücher es liest, welche Computerspiele es spielt.
Im Blick auf die am häufigsten bei uns vertretenen Gemeinden gilt:
Ablauf des Gottesdienstes
Für das Sakrament der Taufe muss gegebenenfalls, wenn kein fest stehender Taufstein in der Kirche vorhanden sein sollte, eine Taufschale auf den Altar gestellt werden. Eine Taufkanne mit gewärmtem Wasser und ein Tuch zum Abtrocknen des Täuflings werden ebenfalls vor dem Gottesdienst vorbereitet. Erst zu Beginn des Taufaktes gießt der Liturg das Wasser in die Taufschale und kann anschließend aus der Taufagende das so genannte Sintflutgebet sprechen.
Während der Eröffnung der Taufe kann der Täufling mit dem Kreuzzeichen begrüßt werden - weil er durch das Kreuz erlöst wurde und Christus gehört (Obsignatio crucis). Es wird über ihn geschlagen, indem Stirn und Brust und anschließend beide Schultern berührt werden, also genauso, als würde man sich selbst bekreuzigen. Möglich ist auch, dem Täufling ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen.
Die Gemeinde steht während des Taufaktes. Nach der Taufhandlung nimmt der Liturg, evtl. aber die Mutter oder ein Pate das Tuch - ähnlich dem Purifaktorium beim Altarsakrament -, um den Täufling abzutrocknen. Im Anschluss an die Taufe kann eine Taufkerze überreicht werden, die zuvor an der Osterkerze oder an der Altarkerze entzündet worden ist. Die Taufkerze bleibt bis zum Schluss des Gottesdienstes brennen.
Viele Eltern wollen, dass ihre Kinder unter Gottes Schutz und Segen leben und in die Tradition hineinwachsen, in der sie selber stehen. Werden Kinder zur Taufe gebracht, wissen sich die Eltern, Patinnen und Paten und die Gemeinde dazu verpflichtet, dass die heranwachsenden Kinder von Jesus Christus hören, an das Gebet heran geführt werden und das Zeugnis der Bibel kennen lernen und immer wieder zum Glauben eingeladen werden. In der Gemeinde geschieht dies vor allem in der Arbeit mit Kindern und in der Konfirmandenarbeit.
Bei einer Säuglings- oder Kleinkindertaufe bekennen sich Eltern, Patinnen und Paten stellvertretend für das Kind zu ihrem Glauben an Gott und versprechen, für eine christliche Erziehung zu sorgen. Schon deshalb sollte die Taufe nicht als abgeschlossene Handlung betrachtet werden, sondern als Beginn eines christlichen Lebensweges.
Bei einer Säuglings- oder Kleinkindertaufe bekennen sich Eltern, Patinnen und Paten stellvertretend für das Kind zu ihrem Glauben an Gott und versprechen, für eine christliche Erziehung zu sorgen. Schon deshalb sollte die Taufe nicht als abgeschlossene Handlung betrachtet werden, sondern als Beginn eines christlichen Lebensweges.
Wer aufgrund der Entscheidung seiner Eltern getauft wurde, steht vor der Aufgabe, ein persönliches Verhältnis zum christlichen Glauben zu finden. Manchen gelingt das nicht, und sie treten später aus der Kirche aus. In diesem Fall entfallen zwar alle Rechte und Pflichten der Zugehörigkeit, aber die Möglichkeit der Rückkehr zur Kirche steht jederzeit offen. Die Taufe bleibt gültig und wird nicht wiederholt.
Menschen, die bewusst mit der Kirche leben, sehen in der Taufe Gottes Geschenk, das ihnen die Möglichkeit bietet, mit Schritten des Glaubens zu antworten. Für sie ist die in der Taufe begründetete Zugehörigkeit zur Kirche Freude und Verpflichtung.
Lesen Síe dazu auch:
1. Taufe ohne Glaube ist ungültig. Ein Kleinkind kann noch nicht verstehen, was dabei geschieht, und empfängt darum auch die Taufe nicht im Glauben.
Diese Anfrage speist sich aus der Überzeugung, dass die Taufe eine aus dem Glauben an Jesus Christus gegebene Antwort auf den Ruf in die Nachfolge Jesu ist. Zu neutestamentlichen Zeiten war das sicher das Grundmodell von Taufe. Und dieses darf es auch weiterhin geben: Menschen entdecken den christlichen Glauben für sich als heilsam und entscheiden sich ganz bewusst und mündig dafür, sich taufen zu lassen.
Aber schon in der Tatsache, dass man sich nicht selbst taufen kann, steckt ein Hinweis darauf, dass die Taufe nicht primär unser Tun, sondern ein Tun Gottes an uns ist. In der Taufe wird uns nämlich ganz persönlich zugesagt, dass Gott uns als seine Kinder ansieht, und er sich mit uns verbunden hat. Und damit werden wir Glied am Leib Christi. Diese Zusage Gottes braucht unsere Antwort, unseren Glauben.
Denn erst, wo wir aus dem Vertrauen leben, dass wir zu Gott gehören, dass er uns trägt durch Schönes und durch Schweres, nimmt die Zusage der Taufe Gestalt an in unserem Leben. Sie gilt aber unabhängig davon, wie ernst wir sie in unserem Lebenswandel nehmen. Denn unser Lebenswandel kann nie begründen, dass Gott uns gnädig ist. Und weil die Taufe eine Zusage ist, die von Gott her gilt, und unser Glaube die Antwort darauf ist, kann der Glaube auch der Taufe folgen. Darum ist es auch möglich, unmündige Kinder zu taufen.
2. Die Taufe ist als Sakrament auf das Erleben ausgerichtet. Menschen sollen darum in einem Alter getauft werden, in dem sie sich ihr Leben lang an die Taufe erinnern können.
In der Tat hat sich in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen eine Entwicklung ergeben, in der immer mehr Kinder im späten Kindergarten- oder im Grundschulalter getauft werden. Die Frage ist, ob mit diesem Anliegen einer „bewussten“ Taufe dem eigenen Erleben und der Erinnerung an das Erlebte nicht zuviel zugemutet wird. Kann es nicht auch eine besondere Kraft haben, zu wissen: Ich bin von Anfang an mit Gott in Kontakt gewesen, Gott sah mich schon als sein Kind an, bevor ich mir seiner und meiner selbst bewusst wurde? Diese Einsicht kann dann allerdings nur wachsen, wenn mir bei jeder Taufe, die ich miterlebe, deutlich wird: Was dem Täufling zugesprochen wird, das wurde einst auch mir zugesprochen. Darum ist auch die sogenannte Tauferinnerung so wichtig.
3. Unser Kind soll einmal selbst entscheiden, ob es getauft werden will. Wir als Eltern können doch diese Entscheidung jetzt noch nicht treffen.
Dieser Einwand gründet auf unserer modernen Überzeugung, dass jeder für sich selbst entscheiden können soll – gerade auch in so existenziellen Fragen wie der Religion. Aber er verkennt, dass Eltern ihre Kinder in vielerlei Hinsicht auf einen bestimmten Weg ins Leben bringen müssen – und auch sollen! Eltern müssen ja auch entscheiden, auf welche Schule ihr Kind geht, ob und welchen Sport es ausüben soll, welche Bücher es liest, welche Computerspiele es spielt.
Ein unmündiges Kind taufen zu lassen bedeutet, mich dafür zu entscheiden, dass mein Kind mit Gott ins Leben geht. Und daraus folgt, dass ich mein Kind mit Gott, mit Glauben und Kirche in Kontakt bringe. Ob es diesen Weg mit Gott später, wenn es für sein Leben selbst verantwortlich ist, weitergehen mag, steht ihm frei. Die Entscheidung kann Eltern leichtergemacht werden, wenn sie in den Angeboten der Kirche entdecken, wie sie ihrem Kind den Weg zu Gott ebnen können: von Krabbelgottesdienst über die religiöse Erziehung im Kindergarten, von Taufelternseminaren bis hin zu Glaubenskursen für die Eltern selbst.
Oberkirchenrat Dr. Matthias Kreplin
Oberkirchenrat Dr. Matthias Kreplin
Taufen gehören zu den Handlungen der Kirche, die noch immer große Wertschätzung und Akzeptanz genießen. Sie sind zu gleich ein Familienfest und ein Fest für die taufenden Gemeinden. Ohne Taufe gibt es keine Kirchenmitgliedschaft, ohne Taufe darf man nicht am Abendmahl teilnehmen, ungetaufte Menschen können keine kirchlichen Paten werden.
Die Taufe ist eines der beiden Sakramente in unserer evangelischen Kirche: Ein Heils-Zeichen Gottes, das durch Jesus selbst eingesetzt worden ist. Die Taufe ist ein ökumenisches Sakrament: Es verbindet uns mit allen christlichen Kirchen.Das sind zunächst die Fakten. Hinter den Fakten stehen aber Wünsche und Hoffnungen: Wenn ich meine Kinder taufen lasse, dann ist das auch Ausdruck der Sehnsucht nach einer Macht, die ihr Leben bewahrt, wenn ich selbst an meine Grenzen komme. Menschen suchen in der Taufe an einer wichtigen Station des Lebens Schutz und Begleitung durch Gott. Diese inneren Haltungen sind an der Taufhandlung beteiligt – man könnte sogar sagen, ohne diese inneren Haltungen ist die Taufe nichts wert.
Für Martin Luther macht erst der Glaube aus dem äußerlichen Zeichen eine wirksame Waffe gegen Sünden und den Tod. Die Taufe wird in der evangelischen Theologie der Reformation recht unterschiedlich interpretiert. In lutherischer Tradition wird sie vor allem als Handeln Gottes an den Menschen verstanden, in der reformierten Tradition Calvins vorrangig als von Gott gestiftetes Zeichen, das insbesondere der Vergewisserung des Glaubens dient, und in der reformierten Tradition Zwinglis gilt sie als Bekenntnishandlung des Täuflings zusammen mit der Gemeinde.
Gemeinsam ist diesen unterschiedlichen Verständnissen die Verankerung im Neuen Testament. Sucht man hier nach den biblischen Belegen, entdeckt man, dass der vielgestaltigen Taufpraxis in den Gemeinden auch vielgestaltige theologische Motive entsprechen.
Zunächst knüpft die christliche Taufe an Johannes den Täufer an. Im Markusevangelium (1,4) wird berichtet, wie Johannes seine Taufpraxis mit der Aufforderung zu Buße und Umkehr der Menschen verband. Er verstand sich als Vorläufer des Messias, der nicht nur mit Wasser taufen würde, sondern mit dem Feuer und dem Heiligen Geist.
Zunächst knüpft die christliche Taufe an Johannes den Täufer an. Im Markusevangelium (1,4) wird berichtet, wie Johannes seine Taufpraxis mit der Aufforderung zu Buße und Umkehr der Menschen verband. Er verstand sich als Vorläufer des Messias, der nicht nur mit Wasser taufen würde, sondern mit dem Feuer und dem Heiligen Geist.
Jesus hat sich selbst von Johannes im Jordan taufen lassen. Die Schilderung seiner Taufe in den Evangelien trägt aber schon die Züge der christlichen Taufpraxis. So ist die Verheißung des Heiligen Geistes und der Zuspruch der Sohnschaft des Täuflings in den christlichen Gemeinden fester Bestandteil der Taufpraxis geworden. Die frühen Christen tauften im Unterschied zu den Johannesjüngern auf den Namen Jesu Christi bzw. in seinem Namen (1. Korinther 6,11 bzw. Apostelgeschichte 2,38). Im Neuen Testament werden beide Formulierungen verwendet:
"auf den Namen“ bringt zum Ausdruck, dass das Heil unmittelbar und grundsätzlich mit dem Namen Jesu verbunden ist und der Getaufte daran Anteil bekommt;
„im Namen“ meint „im Auftrag“, beziehungsweise „unter Berufung auf die Autorität von Jesus Christus“. Die Taufe der christlichen Gemeinden findet ihren Anhaltspunkt auch im Schluss des Matthäusevangeliums mit dem Taufbefehl Jesu (Matth. 28, 18-20).
Die Taufe ist in den neutestamentarischen Belegen mit dem Empfang des Heiligen Geistes verbunden (1. Korinther 12,13 bzw. Apostelgeschichte 2,38f.) und sie ist zugleich der Ritus zur Aufnahme in die christliche Gemeinde (Galater 3,26-28; Apostelgeschichte 2,41). In der Regel folgte die Taufe auf den Glauben, wie z.B. in Markus 16 nach zulesen ist: „Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden, wer nicht glaubt, wird verurteilt werden“ (Mar kus 16,16).
„im Namen“ meint „im Auftrag“, beziehungsweise „unter Berufung auf die Autorität von Jesus Christus“. Die Taufe der christlichen Gemeinden findet ihren Anhaltspunkt auch im Schluss des Matthäusevangeliums mit dem Taufbefehl Jesu (Matth. 28, 18-20).
Die Taufe ist in den neutestamentarischen Belegen mit dem Empfang des Heiligen Geistes verbunden (1. Korinther 12,13 bzw. Apostelgeschichte 2,38f.) und sie ist zugleich der Ritus zur Aufnahme in die christliche Gemeinde (Galater 3,26-28; Apostelgeschichte 2,41). In der Regel folgte die Taufe auf den Glauben, wie z.B. in Markus 16 nach zulesen ist: „Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden, wer nicht glaubt, wird verurteilt werden“ (Mar kus 16,16).
Viele Stellen im Neuen Testament nennen Taufe und Sündenvergebung gemeinsam. Eben so gehören Wassertaufe und Geistempfang eng zusammen (Apostelgeschich te 10,47). Im Johannesevangelium werden dagegen Taufe, Geistempfang und die Gotteskindschaft der Täuflinge in einen engen Zusammenhang gesetzt: In der Taufe wird das Menschenkind zum Gotteskind (Johannes 3,3-6).
Die wirkungsmächtigste neutestamentliche Tauftheologie findet sich in den Briefen des Apostel Paulus, dessen Taufe in den frühen dreißiger Jahren des ersten Jahrhunderts (Apostelgeschichte 9,18) zugleich der erste greifbare Fall einer christlichen Taufe ist. Die Taufe vermittelt für den Apostel die Gemeinschaft mit Christus. Sie wird in immer neuen und starken Bildern erläutert: Nach Galater 3,26-29 zieht der getaufte Christ Christus an, empfängt so die Gotteskindschaft und wird der Verheißungen teilhaftig, die an Abraham ergangen sind. Nach 1. Korinther 12,12f. werden die Christen durch einen Geist in einen Leib hinein getauft und werden mit ihren verschiedenartigen Geistesgaben zu Gliedern eines Leibes.
Im Römerbrief schreibt Paulus über die Taufe, dass die Täuflinge auf den Tod Christi getauft sind. Zugleich ist damit verbunden, dass die Christen in der Taufe auch der zukünftigen Auferstehung teilhaftig werden. Soziale Gegensätze verlieren durch die Taufe an Bedeutung und die Christen werden in die Lage versetzt, sich gegen alle widrigen Mächte der Welt zur Wehr zu setzen.
Die Taufe wird in den neutestamentarischen Belegen immer als Gottes Handeln verstanden. Darum kann sich kein Mensch selbst taufen. Zugleich ist die Taufe aber auch ein geistliches Geschehen, das mit dem Glauben des Menschen verbunden bleibt. Die Taufe ist im Neuen Testament ein Schwellenritus: Mit ihr gelangen Menschen durch Gottes Hilfe in ein neues Stadium ihres Lebens. Es geht immer um Leben und Tod – die Taufe ist also keine Kleinigkeit.
In einer Gemeinde in Baden hat die Pfarrerin soeben ein Baby getauft. Sie macht mit ihm eine Runde durch die Kirche: „Ich stelle Ihnen hier unser neues Gemeindemitglied vor“, sagt sie lächelnd zu den Menschen in den Kirchenbänken. Und zu dem Säugling: „Siehst du, das hier ist deine Gemeinde.“ Eine kleine Geste, die so in einer Adventisten- oder Pfingstgemeinde nicht möglich wäre, denn diese erkennen nur Erwachsenentaufen an.
Außerdem sellt sich die Frage, welche Taufen in Gemeinden, die nicht zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen gehören, überhaupt von unserer Evangelischen Landeskirche in Baden an erkannt werden. Sie stellt sich vor allem vor der Konfirmation von Jugendlichen, die in einer anderen Kirche getauft wurden, und beim Eintritt in die badische Landeskirche.
Ganz klar ist: Die Taufen aller Kirchen, die gemeinsam in der ACK verbunden sind, werden auch bei uns akzeptiert. Das wurde dokumentiert in der Magdeburger Erklärung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe (2007), die von elf ACK-Kirchen unterschrieben wurde. Darin heißt es: Wir erkennen „jede nach dem Auftrag Jesu im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes mit der Zeichenhandlung des Untertauchens im Wasser bzw. des Übergießens mit Wasser vollzogene Taufe an und freuen uns über jeden Menschen, der getauft wird. Diese wechselseitige Anerkennung der Taufe ist Ausdruck des in Jesus Christus gründenden Bandes der Einheit (Epheser 4,4–6). Die so vollzogene Taufe ist einmalig und unwiederholbar.“
Gemeinden mit Erwachsenentaufe
Diese Erklärung wurde leider nicht von jenen ACK-Kirchen angenommen, zu deren Lehre und Glaube die Erwachsenentaufe gehört. Nach wie vor ist die Akzeptanz der Kindertaufe bei Baptisten umstritten. Adventisten und Pfingstgemeinden, die jeweils mit Gaststatus in der ACK vertreten sind, können sich nicht dazu durchringen, die Kindertaufe als eine Möglichkeit des Christ-Werdens zu akzeptieren. Im Interesse der Gemeinsamkeit aller Christen und des ökumenischen Grundsatzes wäre zu wünschen, dass das Gemeinsame wichtiger und stärker ist als das Trennende. Das ändert aber nichts an unserer eigenen Haltung, denn die Erwachsenentaufe wird nach evangelischem Verständnis auch „rite“, d. h. nach den Kriterien der Bibel und der Bekenntnisse, vollzogen. Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) gibt in ihrem „Handbuch Religiöse Gemeinschaften“ (6. Auflage 2006) jeweils Hinweise, ob die Taufe einer Gemeinschaft anerkannt wird oder nicht.
Diese Erklärung wurde leider nicht von jenen ACK-Kirchen angenommen, zu deren Lehre und Glaube die Erwachsenentaufe gehört. Nach wie vor ist die Akzeptanz der Kindertaufe bei Baptisten umstritten. Adventisten und Pfingstgemeinden, die jeweils mit Gaststatus in der ACK vertreten sind, können sich nicht dazu durchringen, die Kindertaufe als eine Möglichkeit des Christ-Werdens zu akzeptieren. Im Interesse der Gemeinsamkeit aller Christen und des ökumenischen Grundsatzes wäre zu wünschen, dass das Gemeinsame wichtiger und stärker ist als das Trennende. Das ändert aber nichts an unserer eigenen Haltung, denn die Erwachsenentaufe wird nach evangelischem Verständnis auch „rite“, d. h. nach den Kriterien der Bibel und der Bekenntnisse, vollzogen. Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) gibt in ihrem „Handbuch Religiöse Gemeinschaften“ (6. Auflage 2006) jeweils Hinweise, ob die Taufe einer Gemeinschaft anerkannt wird oder nicht.
Im Blick auf die am häufigsten bei uns vertretenen Gemeinden gilt:
Anerkannt werden die Taufen von
- ACK-Mitgliedskirchen
- Freien Gemeinden pfingstlicher, charismatischer oder evangelikaler Prägung
- katholisch-apostolischen Gemeinden
- der Neuapostolischen Kirche
- den Siebenten-Tags-Adventisten
Nicht anerkannt werden Taufen folgender Gemeinschaften:
- Freie Christengemeinschaft
- Mormonen
- Unitarier
- Universelles Leben
- Zeugen Jehovas
Keine Taufe kennen die Christliche Wissenschaft, esoterische Gesellschaften (Anthroposophie, Rosenkreuzer, Theosophie), Fiat Lux und die Lorber-Gesellschaft. Wer also in einer Gemeinschaft der zweiten Gruppe getauft wurde oder aus einer der Sondergemeinschaften der dritten Gruppe ausgetreten ist, muss vor dem Eintritt in die evangelische Kirche getauft werden. Das gilt auch für Jugendliche, die als Kinder bei der Christengemeinschaft getauft wurden und konfirmiert werden wollen.
Die Weltanschauungsbeauftragten der Kirchenbezirke bzw. unsere Dienststelle im EOK geben Ihnen gerne Auskunft.
(Dr. Jan Badewien, bis Juli 2012 Landeskirchlicher Beauftragter für Weltanschauungsfragen)
(Dr. Jan Badewien, bis Juli 2012 Landeskirchlicher Beauftragter für Weltanschauungsfragen)
Die christliche Gemeinde tauft, weil Jesus Christus gesagt und geboten hat: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker:
Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Mt 28,18–20).
Diese Worte sind auch unter der Bezeichnung „Missionsbefehl“ bekannt. Sie verpflichten die christliche Gemeinde dazu, alle Menschen einzuladen, Jüngerinnen und Jünger Jesu zu werden und sich taufen zu lassen. Die Herrschaft Jesu Christi über alle Welt und die Verheißung seiner Gegenwart sind für die Taufe grundlegend und zugleich maßgebend für ihre Bedeutung und Ordnung. Die Taufe ist das allen christlichen Kirchen gemeinsame Sakrament und ein sichtbares Zeichen ihrer Einheit.
Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Mt 28,18–20).
Diese Worte sind auch unter der Bezeichnung „Missionsbefehl“ bekannt. Sie verpflichten die christliche Gemeinde dazu, alle Menschen einzuladen, Jüngerinnen und Jünger Jesu zu werden und sich taufen zu lassen. Die Herrschaft Jesu Christi über alle Welt und die Verheißung seiner Gegenwart sind für die Taufe grundlegend und zugleich maßgebend für ihre Bedeutung und Ordnung. Die Taufe ist das allen christlichen Kirchen gemeinsame Sakrament und ein sichtbares Zeichen ihrer Einheit.
Die Taufe begründet die Mitgliedschaft in der Kirche. Sie soll im Glauben der Getauften ihre Fortsetzung und Entsprechung finden. Gegenwärtig werden in den Gemeinden alte Formen der Taufpraxis belebt, und die Gestaltung der Taufgottesdienste erfährt besondere Aufmerksamkeit.
Ablauf des Gottesdienstes
Für das Sakrament der Taufe muss gegebenenfalls, wenn kein fest stehender Taufstein in der Kirche vorhanden sein sollte, eine Taufschale auf den Altar gestellt werden. Eine Taufkanne mit gewärmtem Wasser und ein Tuch zum Abtrocknen des Täuflings werden ebenfalls vor dem Gottesdienst vorbereitet. Erst zu Beginn des Taufaktes gießt der Liturg das Wasser in die Taufschale und kann anschließend aus der Taufagende das so genannte Sintflutgebet sprechen.
Während der Eröffnung der Taufe kann der Täufling mit dem Kreuzzeichen begrüßt werden - weil er durch das Kreuz erlöst wurde und Christus gehört (Obsignatio crucis). Es wird über ihn geschlagen, indem Stirn und Brust und anschließend beide Schultern berührt werden, also genauso, als würde man sich selbst bekreuzigen. Möglich ist auch, dem Täufling ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen.
Die Taufe selbst wird vollzogen, indem das trinitarische Taufvotum gesprochen wird, während der Kopf des Täuflings dreimal mit Wasser übergossen wird. Das Wasser kann dazu in die hohle Hand genommen werden und darf wieder in das Taufwasserbecken zurückfließen. Lediglich die Stirn des Kindes zu benetzen, gilt als bedenklich und widerspricht den ökumenischen Vereinbarungen über die gegenseitige Anerkennung der Taufe.
Die Gemeinde steht während des Taufaktes. Nach der Taufhandlung nimmt der Liturg, evtl. aber die Mutter oder ein Pate das Tuch - ähnlich dem Purifaktorium beim Altarsakrament -, um den Täufling abzutrocknen. Im Anschluss an die Taufe kann eine Taufkerze überreicht werden, die zuvor an der Osterkerze oder an der Altarkerze entzündet worden ist. Die Taufkerze bleibt bis zum Schluss des Gottesdienstes brennen.

